Treffpunkt ist um 8 Uhr früh am Clock-Tower im Zentrum von Kandy. Ich bin etwas früher da und habe noch Zeit ein paar süße Brötchen und Bananen für Unterwegs zu kaufen. Dummerweise hab ich meinen Hut vergessen und kaufe deshalb extra Sonnencreame. Hat leider nicht geholfen – Am Ende des Tages hab ich ordentlich Sonnenbrand, weil ich auch mit kurzen Sachen gelaufen bin. Der Bus hat Problem und so nehmen wir ein TukTuk und Nidha bezahlt! Wir Fahren eine knappe halbe Stunde und sein Freund ist schon da mit seinem Motorrad. Der Berg ist auch ein Schutzgebiet und Nidah bezahlt für alle einen geringen Eintritt. Normalerweise für Ausländer sehr viel mehr. Sie sprechen untereinander Tamil und sind also Hindus. Nidhas Frau kommt aus dem Süden und ist Christin. Sein Freund erzählt mir das Nidha hier der Scout-President ist! Es gibt einen recht gut ausgebauten Weg, aber Nidha möchte mir wohl etwas Abenteuer bieten und wählt einen sehr steilen Pfad durcch 2m hohes Gras der voller Blutegel ist. Ich hab leider meine Neoprensocken nicht dabei und so sammele ich etwa 20-30 Blutegel von den Füßen ab. Nur einer hat es geschafft mich an der Ferse blutig zu beißen. Nidha geht recht schnell und ich komme schon etwas ausser Atem. Es ist gar nicht so weit bis zum Gipfel, etwa 2 Stunden, mit sehr schöner Aussicht.

Mit Nidha in den Hantanabergen

Unterwegs Unterhalten wir uns sehr interessant über Wirtschaft, Politik und Religion 🙂 Ich frage seinen Freund, warum aus seiner Sicht wir im Westen so viel mehr verdienen als sie hier. Klare und schnelle Antwort: Korruption !
Vor ein paar Jahren war Sri Lanka sogar bankrott. Aber es gab demokratische Wahlen und die korrupten Politiker wurden abgewählt. Seitdem geht es bergauf und sie haben wieder Hoffnung.
Hinter dem Gipfel gibt es ein kleines schön windiges Felsplateau. Etwas essen – affen kommen auf Armlänge ran, wir füttern sie, müssen aber auf unsere Taschen aufpassen!

Hutaffen ohne Angst
Nahe des Gipfels Stupa im Hintergrund

Es kommt eine große Gruppe junger Menschen und wie selbstverständlich werden uns auch Kekse angeboten.
Auf dem Rückweg entdeckt Nidha einen großen schwarzen Skorpion auf dem Weg.

Skorpion knapp 20cm lang

Nidha sagt, der wäre ohne Medizin tödlich. ChatGPT sagt nur sehr schmerzhaft für einen gesunden Erwachsenen.
Nidha bezahlt noch das TukTuk zum Bahnhof, wo ich Karten für morgen kaufen möchte. Er nimmt kein Geld von mir an, er macht das nicht wegen dem Geld und ich bin sein Gast. Man muss da sehr sensibel sein um nicht aus versehen den Gastgeber zu kränken. Zum Abschied gab es den traditionellen Pfadfinder-Hand-Gruß, ich hab den etwas verbockt, weil es so lange her ist und ich mich erst gewundert habe warum er mir die „unreine“ linke Hand gibt.

Am Bahnhofsschalter gibt es wieder eine lange Schlange. Ich checke, ob man nicht auch online buchen kann, finde es und beschließe es in der Unterkunft online zu versuchen.

Das Pickme – TukTuk verspätet sich, ich komme mit einem anderen Fahrer ins Gespräch und er weißt mich auf den nahen Bus hin, der auch dorthin fährt. Also versuche ich den Bus – statt 350 Rs nur 80Rs. Fährt aber einen riesen Umweg und ist doppelt so lange unterwegs. Aber trotzdem sehr gute Erfahrung. Man steigt einfach ein, ohne zu bezahlen. Es gibt neben dem Fahrer eine Art Schaffner, der rumgeht und das Geld einsammelt. Es gibt zwar Bushaltestellen, aber der Bus hält überall an, wo einer winkt und einsteigen will, oder wo einer aussteigen will. Entsprechend langsam ist er Bus, der alle paar hundert Meter anhält.

Duschen – Wäsche wachen. Die ist zwar morgen nicht ganz trocken, trocknet bei den Temperaturen aber schnell am Körper. Ich schwitzte sowieso, da ist mir doch lieber, die Wäsche ist noch feucht vom Waschen und kühlt so 🙂

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